Jürg Grossen

Conseiller national (PVL), Canton de Berne

Créé le:15.06.2018

15.06.2018 - 18.3664
Étape:Propositions nationales

Der Bundesrat wird beauftragt, dem Parlament eine Änderung des Krankenversicherungsgesetzes (KVG) zu unterbreiten, welche vorsieht, dass sämtliche Leistungsabrechnungen, namentlich jene der Ärzte, Spitäler, Labors, Physiotherapeuten, Spitex und Apotheken, elektronisch zu den Krankenversicherungen gelangen.

Begründung:

Die Kosten im Gesundheitswesen steigen stetig an. Deshalb sind sämtliche Massnahmen zu ergreifen, um unnütze Kosten zu vermeiden. Zurzeit kommt ein erheblicher Teil (zirka 30 Prozent) der Rechnungen bei den Krankenversicherungen als Papierrechnung und nicht in elektronischer Form an. Das hat insbesondere mit dem System des Tiers garant zu tun, wo der Leistungserbringer die Rechnung zuerst in gedruckter Form an den Versicherten schickt. Der Umstand, dass nicht sämtliche Rechnungen elektronisch bei den Krankenversicherungen ankommen, ist aus zwei Gründen suboptimal: Einerseits wird so die effiziente Rechnungskontrolle erschwert, und andererseits entstehen dadurch unnötige administrative Kosten. So müssen sämtliche gedruckten Rechnungen eingescannt werden, damit diese von den Versicherungen kontrolliert werden können. Das verursacht administrative Kosten in Millionenhöhe, und die Kontrolle der Rechnungen wird dadurch erschwert und verteuert. Insgesamt führt die mangelnde elektronische Rechnungsübermittlung zu einer unnötigen, zusätzlichen Belastung der Prämienzahlenden.

Am System Tiers payant und Tiers garant ist nichts zu ändern. Es geht lediglich darum, dass die Digitalisierung vollzogen und die Lücke zu den Krankenversicherungen geschlossen wird. Die Versicherten können noch immer zwischen Versicherungsmodellen wählen, bei denen sie zuerst die Rechnung vom Leistungserbringer erhalten und sie dann von der Versicherung vergüten lassen. Beim System Tiers garant muss der Leistungserbringer der Krankenversicherung aber parallel zur Rechnung an die Versicherten eine elektronische Rechnungskopie zustellen. Mit einer Freigabe der Rechnung fordert der Versicherte die Versicherung auf, die bereits digital vorliegende Rechnung zu bezahlen und entsprechend abzurechnen.