Isabelle Chevalley

Nationalrätin GLP, Kanton Waadt

Eingereicht am: 03.06.2013

13.06.2013 - 13.3380
Stufe: Nationale Vorstösse
Stand der Beratung: Erledigt

Als ich kürzlich im Internet für den August ein Zugbillett von Paris nach Genf kaufen wollte, war ich sehr überrascht zu sehen, dass sich der Billettpreis ziemlich rasch erhöhte, während mir aber, sobald ich die Verbindung oder den Computer wechselte, wieder der ursprüngliche Billettpreis angezeigt wurde. Dies geschah sowohl auf der Website der SBB als auch auf jener der SNCF. Nach einigen Nachforschungen musste ich feststellen, dass es sich hierbei um ein legales Verfahren handelt. Das Ziel dabei ist, Kundinnen und Kunden mit künstlich erhöhten Preisen zum schnellen Kauf zu animieren, da diese dann annehmen, die Preise könnten bei längerem Abwarten noch weiter steigen. Dazu gibt es mehrere technische Mittel, wobei das IP-Tracking (Wiedererkennung von IP-Adressen) das wohl bekannteste ist. Es scheint, dass diese Methode auf den verschiedensten Online-Verkaufsplattformen angewendet wird, sei es für den Verkauf von Flugtickets oder von Waren. Die EU-Kommission befasst sich zurzeit ebenfalls mit dem Thema. Diese Verkaufsmethode ist äusserst fragwürdig, da den Kundinnen und Kunden ein mangelndes Angebot vorgegaukelt wird.

Ich möchte dem Bundesrat deshalb folgende Fragen stellen:

1. Hat er Kenntnis solcher Methoden, und heisst er diese gut?

2. Machen die SBB Gebrauch von solchen Methoden? Mit welchen Mitteln will der Bundesrat überprüfen, dass dies nicht der Fall ist?

3. Hat er Kenntnis von der Anwendung solcher Methoden in der Schweiz?

4. Ist er bereit, das IP-Tracking in der Schweiz zu verbieten?

5. Wie kann gegen IP-Tracking vorgegangen werden?

6. Gedenkt er, in dieser Sache mit der EU-Kommission in Kontakt zu treten, um allenfalls die Vorgehensweisen zu harmonisieren?