Min Li Marti

Conseillère nationale (PS), Canton de Zurich

Créé le:27.04.2016

27.04.2016 - 16.3320
Étape:Propositions nationales
État du conseil:Classé

Der Bundesrat wird beauftragt, einen Bericht über die Chancen, Risiken und Auswirkungen der künstlichen Intelligenz und Robotik vorzulegen. Darin sollen die rechtlichen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Implikationen dieser Technologien dargelegt werden.

Begründung:

Forschung und Anwendungsgebiete der künstlichen Intelligenz und der Robotik sind in den letzten Jahren massiv vorangeschritten. Es ist davon auszugehen, dass in den nächsten Jahren die Entwicklungsgeschwindigkeit weiter zunehmen wird. Verschiedene Wissenschaftler wie Stephen Hawking oder Stuart Russell haben Bedenken zur Entwicklung geäussert. Es stellt sich daher eine Reihe von Fragen bezüglich der Auswirkungen der Technologie auf Wirtschaft und Gesellschaft. Was sind die Chancen für die Schweizer Forschung und Wirtschaft, wie gut sind sie in diesem zukunftsträchtigen Feld positioniert? Sind neue Gesetze oder Regulierungen nötig (z. B. Haftungsfragen bei selbstfahrenden Autos), oder müssen Gesetze angepasst werden, damit neue Technologien bessere Marktchancen erhalten können (z. B. Testgebiete für selbstfahrende Autos)? Gibt es Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt, insbesondere auch in hochqualifizierten Berufsfeldern (in Ergänzung zum Vorstoss Reynard 15.3854, « Automatisierung. Risiken und Chancen »)? Braucht es entsprechende Anpassungen im Bildungssystem? Ist gewährleistet, dass genügend Mittel für die Grundlagenforschung vorhanden sind? Soll sich die Schweiz für internationale Regelungen beim Einsatz von automatisierten Waffen und künstlicher Intelligenz in der Kriegsführung einsetzen?

Die Geschwindigkeit in der technologischen Entwicklung ist in der Digitalisierung enorm gross, es besteht die Gefahr, dass die Politik hinterherhinkt. Aus diesem Grund scheint es sinnvoll, in einem Bericht eine Auslegeordnung über Chancen und Risiken und das Potenzial von künstlicher Intelligenz und Robotik vorzunehmen. Dazu braucht es auch wissenschaftliche Begleitung. Das Institut für Technologiefolgenabschätzung und Systemanalyse hat beispielsweise noch keine Studie zu diesem Thema erstellt. Seit dem NFP 23, « Künstliche Intelligenz und Robotik », (1998) ist viel Zeit vergangen – die Technologie hat sich seither massiv weiterentwickelt. Es ist daher an der Zeit, dass sich der Bundesrat und die eidgenössischen Räte mit dieser Technologie auseinandersetzen.